Schwanger mit Hashimoto I Mein Erfahrungsbericht I 1

schwanger mit hashimoto - erfahrungsbericht Lifestyle

 

Schwanger mit Hashimoto, das geht? Ja, das geht.

Ich habe bereits vieles gelesen. Vieles leider unnötigerweise.

 

„Mit Hashimoto kann man nicht schwanger werden.“

„Mit Hashimoto hat man ein hohes Risiko für eine Fehlgeburt.“

„Mit Hashimoto in der Schwangerschaft kann das Kind Schäden bekommen.“ ...

 

Mittlerweile weiß ich, dass es nicht so ist, wie es oft geschrieben steht. Aber zu Beginn meines Kinderwunsches hat mich das ganz schön erschreckt. Ich war mir sicher, dass ich nur ganz schwer schwanger werden kann, dass es bestimmt ewig dauern würde und habe mich ehrlich gesagt auch mehr oder weniger auf eine Fehlgeburt eingestellt. Klingt schlimm, aber das sind dann eben so die Dinge, die man als Betroffene im Kopf hat, wenn man vorab solche Dinge liest und noch nicht richtig informiert ist. Das änderte sich aber schnell. Nämlich dann, als ich mich richtig informiert, meinen Körper gut eingestellt und versorgt und mich in Bezug auf das Thema „schwanger mit Hashimoto“ entspannt habe.

 

schwanger mit hashimoto

 

Wie das alles genau war, was in mir vorging, wie ich mich auf meine Schwangerschaft „vorbereitete“ und von meiner ersten Zeit in der Schwangerschaft mit Hashimoto möchte ich euch jetzt berichten. Natürlich weiß ich, dass es einige Fälle gibt, bei denen Hashimoto-Patientinnen nur sehr schwer schwanger werden und sogar Fehlgeburten erleiden. Davor bin auch ich in Zukunft nicht gefeit. Und ich weiß auch, dass ich sehr viel Glück hatte, dass es so schnell bei mir geklappt hat und dass bisher alles so gut verlaufen ist. Aber ich denke, meine Einstellung dem Ganzen gegenüber und meine „Vorbereitungen“ haben auch etwas dazu beigetragen, dass ich trotz Hashimoto so schnell schwanger wurde. Ich möchte euch lediglich von meinen Erfahrungen erzählen. Vielleicht kann die ein oder andere Betroffene von euch mitfühlen oder meine Worte dienen dazu, dass Betroffene unter euch diesbezüglich optimistischer denken und zuversichtlicher werden. Ich möchte euch einfach nur etwas Hoffnung mitgeben und positiv über das Thema „mit Hashimoto schwanger werden“ berichten.

An dieser Stelle möchte ich auch nochmal kurz darauf hinweisen, dass ich keine Ärztin o.ä. bin, euch hier also keinen ärztlichen Rat biete, sondern einfach nur als Laie von meinen persönlichen Erfahrungen erzähle. Solltet ihr diesbezüglich Probleme haben, besprecht das bitte mit eurem Arzt, der wird euch angemessen beraten und helfen.

 

 

Die Planung I mit Hashimoto schwanger werden

Das klingt jetzt für viele wahrscheinlich total unromantisch, aber ein bisschen Planung steckte bei mir schon hinter meiner Schwangerschaft. Nicht, dass ich einen Masterplan geschrieben und diesen Stück für Stück abgearbeitet habe, nein. Aber ich habe mich und meinen Körper einfach ein wenig darauf vorbereitet, schwanger zu werden.

Alles begann nach meinem Versuch, ohne L-Thyroxin zu leben, von dem ich euch ja ausführlich berichtet habe. Während des Versuchs, auch, wenn ich da schon etwas den Kinderwunsch verspürte, war an Schwangerschaft nicht zu denken. Klar, erstmal wollte ich ja diesen Versuch wagen und schauen, was passiert. Was letztendlich rauskam und wie die Folgen meines Versuchs waren, habe ich euch ja erzählt. Als der Versuch beendet war, war aber ebenfalls noch nicht sofort der Versuch da, schwanger zu werden. Ich wusste und auch meine Ärztin sagte mir, dass ich meinem Körper erstmal ein wenig Zeit geben soll, sich wieder gut einzustellen. Mein TSH-Wert lag noch um die 4 und mein Körper hatte ja nicht nur von meinem Versuch profitiert, sondern auch ein wenig gelitten. Die Hormone waren durcheinander und alles musste erst wieder richtig eingestellt werden. Die Schwangerschaft musste also noch ein wenig warten. Aber das war völlig ok, denn ich wollte ja auch kein Risiko eingehen.

Ich nahm also nach dem Versuch wieder eine L-Thyroxin-Dosis von 100 μg, versuchte so meinen TSH-Wert weiter zu sinken, damit die Chancen für eine Schwangerschaft einfach besser stehen. Meine Ärztin meinte zwar, dass sie auch Patientinnen hat, die mit einem TSH-Wert um die 4 schwanger geworden sind, dass es aber besser wäre und die Chancen höher stehen, wenn er um die 1 läge. Ich sollte die 100er-Dosis also erstmal einige Zeit nehmen, bevor ich probiere, schwanger zu werden. Und das tat ich dann auch.

 

mit Hashimoto schwanger werden

 

Weil aber der baldige Wunsch nach einer Schwangerschaft bestand und ich auch wusste, dass ich es bald versuchen möchte, bereitete ich meinen Körper dann (nachdem ich das L-Thyroxin 100 schon wieder einige Wochen einnahm) zusätzlich noch mit anderen Nährstoffen darauf vor. Aufgrund meiner Hashimoto-Erkrankung nehme ich ja bereits einige Nährstoffe wie Selen, Zink, Vitamin B12, etc. ein. Das behielt ich bei. Zusätzlich nahm ich kurz bevor ich mit dem Versuch, schwanger zu werden, startete, noch Folsäure und Vitamin D in Form des Präparats Folio Forte Phase 1 (jodfrei) und 100 μg Jod ein. Das Folsäure-Präparat ist extra schon für die Zeit des Kinderwunsches gedacht und Jod nahm ich ein, weil ich las, dass es auf keinen Fall zu einem Mangel in der Schwangerschaft kommen und auch bereits zuvor nicht bestehen sollte. Ich weiß, beim Thema Jod bei Hashimoto scheiden sich die Geister. Ich habe gelernt, dass, wenn noch funktionierendes Schilddrüsengewebe vorhanden ist, Jod Sinn macht. Bei mir ist nicht die komplette Schilddrüse zerstört, sondern noch gutes und funktionierendes Gewebe vorhanden und von daher kann Jod bei mir auch wirken. Deshalb entschied ich mich letztendlich dafür, es einzunehmen. Ich wollte einfach unbedingt, dass mein Körper optimal funktioniert und dass, falls ich schwanger werde, das Kind keine Schäden erleidet. Natürlich ist das eine individuelle Sache und jede Betroffene muss das für sich entscheiden.

Zu den Nährstoffen, die ich für wirklich sehr wichtig halte, habe ich auch so versucht, so gesund wie möglich zu leben. Das heißt, gesundes Essen, Bewegung aber auch so wenig Stress wie möglich und viel Entspannung. Manchmal leichter gesagt als getan, aber ich bin mir sicher, dass das alles auch eine große Rolle beim Thema Kinderwunsch spielt.

Und letztendlich geht es meiner Meinung nach auch um die Psyche. Wie gesagt, war ich zu Beginn meines Kinderwunsches etwas verängstigt, dass all die schlimmen Dinge eintreten. Ich habe aber dann mit meiner Ärztin und auch einer Heilpraktikerin über das Thema geredet und beide haben mir versichert, dass es gut möglich ist, mit Hashimoto schwanger zu werden und das es auch nicht gleich Fehlgeburt bedeutet. Meine Ärztin hatte bis dato keine einzige Patientin, die aufgrund von Hashimoto eine Fehlgeburt erlitten hatte und auch so habe ich viele Berichte von Frauen mit Hashimoto gelesen, die schnell schwanger wurden und eine gesunde Schwangerschaft erlebten. Das stimmte mich sehr positiv und ich konnte entspannter dem Ganzen gegenüber sein. Sowohl meine Ärztin als auch meine Heilpraktikerin meinten, dass es aber schon bis zu 6 Monaten dauern kann, bis ich schwanger werde. Wahrscheinlich sagten sie das, weil das bei vielen Hashimoto-Patientinnen der Fall ist und sie wollten nicht, dass ich direkt verzweifle, wenn es erstmal nicht klappt. Andererseits war es aber auch einfach generell gut für mich und meine Psyche. Ich habe mich nämlich so darauf eingestellt, dass es eben bestimmt ein halbes Jahr braucht, bis ich schwanger werde und war so sehr entspannt. Allgemein war ich zu diesem Zeitpunkt (und bin es immer noch) sehr glücklich und zufrieden mit meinem sozialem Leben – was meiner Meinung auch sehr wichtig ist und eine große Rolle bei bestehendem Kinderwunsch spielt. Ich machte mir also erstmal keine Sorgen mehr darüber, dass es nicht klappen könnte und dachte, es würde eben ein Weilchen dauern. Doch dauern sollte es überhaupt kein Weilchen...

 

 

Es hat geklappt! I Und jetzt? I 1. - 3. Monat

Kaum war es beschlossene Sache, dass ich nun schwanger werden möchte, war ich es auch schon. Es hat wirklich direkt geklappt und ich weiß, dass ich da wirklich großes Glück hatte und ich bin auch unendlich froh darüber. Ich hatte wirklich absolut nicht damit gerechnet und war wie gesagt auf ein halbes Jahr eingestellt. Aber gut, nun sollte es auf Anhieb so sein. Wow!

 

Hashimoto und Schwangerschaft

 

Obwohl ich mich doch irgendwie ein wenig auf eine Schwangerschaft „vorbereitet“ hatte, war ich dennoch irgendwie so gar nicht vorbereitet. Aber ich denke, das ist genau richtig so und ist vor allem normal. Wer ist denn schon auf die erste Schwangerschaft vorbereitet.

Zu Beginn der ersten drei Monate habe ich direkt meine Ärztin kontaktiert und gefragt, ob ich bezüglich der Schwangerschaft und Hashimoto etwas beachten müsse. Sie war auch total überrascht, dass es so schnell geklappt hat und beruhigte mich aber dann, dass ich erstmal zum Frauenarzt gehen solle und anschließend dann zu ihr zur Blutabnahme, die Schilddrüsenwerte checken. Ich sollte alles ganz in Ruhe angehen. Gesagt, getan.

Es war also wichtig, die Schilddrüsenwerte zu checken, um gegebenenfalls die L-Thyroxin-Dosis anzupassen. Übrigens hat das aber auch mein Frauenarzt direkt gemacht. Mein TSH-Wert lag unter 1, das heißt die höhere Dosis von 100 μg nach meinem Versuch, ohne Schilddrüsenhormone zu leben, war wohl richtig. Meine Werte wurden also kontrolliert und es sah alles sehr gut aus. Ich musste die Dosis nicht anpassen, sondern konnte weiterhin bei den 100 μg bleiben.

 

 

Auch sonst waren meine Blutwerte super und ich musste als Hashimoto-Patient nichts Spezielles beachten oder tun. Sollten die Schilddrüsenwerte nicht optimal sein, wird die Hormondosis dementsprechend angepasst. Das wäre also nicht direkt ein Drama gewesen, einfach nur eine Maßnahme, die dann getan werden muss. Als Schwangere mit Hashimoto kann ich eigentlich eine ganz normale Schwangerschaft erleben und muss eben nur etwas öfter zur Blutabnahme gehen, um meine Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen. Klar, wenn man das nicht tut und die Werte oder auch andere Blutwerte sind über einen längeren Zeitraum hinweg schlecht, kann es zu Schäden für das Kind kommen. Das ist aber nicht nur bei Hashimoto-Patienten so. Deshalb werden entsprechende Blutwerte sowieso gecheckt und entsprechende Nährstoffe empfohlen. Geht man aber zu dieser regelmäßigen Kontrolle und passt alles entsprechend an, kann man eine gesunde Schwangerschaft bis zum Ende erleben und muss eben nichts anderes als andere Schwangere beachten, auch, wenn die Schwangerschaft mit Hashimoto als Risikoschwangerschaft gilt. So zumindest meine Erfahrungen – bis jetzt. Ich habe in meiner Schwangerschaft noch einige Monate vor mir, hoffe aber und bin zuversichtlich, dass alles gut gehen wird.

Die ersten drei Monate waren natürlich von Versteckspiel und Ängsten vor einer Fehlgeburt geprägt – obwohl ich mich diesbezüglich vorher etwas entspannt hatte. Natürlich hatte ich bei aufkommenden Schmerzen immer wieder Angst, dass etwas Schlimmes ist und das ist auch jetzt noch ein bisschen so. Aber ich denke, das ist auch normal und ich bin eben vom Typ her ein Mensch, der sich schneller Gedanken und Sorgen macht. Trotzdem versuche ich meine Schwangerschaft trotz Hashimoto zu genießen und mir keine allzu großen Sorgen zu machen. Wie gesagt, denke ich, dass alles gut wird und bisher sieht auch alles super aus. Ich bin allerdings ziemlich ungeduldig und würde mein kleines Baby am liebsten jetzt schon in meinen Händen halten. Das dauert aber auf jeden Fall noch eine Weile. Und bis dahin bleibe ich gespannt, was noch so passiert.

 

Hashimoto Schwangerschaft

 

Ich hoffe, ich konnte einigen Frauen mit Hashimoto und Kinderwunsch ein wenig Mut machen und positives Denken zu diesem besonderen Thema vermitteln. Wie ihr wisst, erzähle ich hier immer meine Sicht der Dinge, teile meine persönlichen Erfahrungen und verallgemeinere nicht. Denn das wäre falsch. Mir ist es vor allem wichtig, dass das Thema nicht wie sehr oft nur negativ beleuchtet wird, sondern auch positiv. Und wenn ich einigen etwas Hilfe und Verständnis geben konnte, bin ich sehr froh. Ich würde mich über eure Erfahrungen und einen tollen Austausch freuen, wenn ihr mögt.

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